Stürze im Alter vorbeugen: Risiken, Wohnung und Warnsignale
Viele Stürze im Alter lassen sich verhindern. Die wichtigsten Stellschrauben sind eine sichere Wohnung, regelmäßige Bewegung und der Blick auf Warnsignale wie Schwindel oder Gangunsicherheit. Dieser Artikel gibt Orientierung – die Ursachen im Einzelfall klärt Ihre Hausarztpraxis.
Warum stürzen ältere Menschen?
Meist kommen mehrere Ursachen zusammen. Typische Risikofaktoren sind:
- nachlassende Muskelkraft und Gleichgewicht,
- schlechteres Sehen, etwa durch veraltete Brillen,
- Schwindel, zum Beispiel beim schnellen Aufstehen,
- Medikamente, die müde machen oder den Kreislauf beeinflussen,
- Erkrankungen wie Parkinson, Demenz oder Folgen eines Schlaganfalls,
- häufiger nächtlicher Toilettengang,
- Stolperfallen in der Wohnung und ungeeignetes Schuhwerk,
- Angst vor dem Stürzen, die dazu führt, dass man sich weniger bewegt.
Wer schon einmal gestürzt ist, hat ein erhöhtes Risiko für weitere Stürze. Sprechen Sie das bei Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt an.
Die Wohnung sicherer machen
Schon kleine Änderungen helfen:
- Stolperfallen entfernen: lose Teppiche, Kabel, Türschwellen, herumliegende Gegenstände.
- Licht: helle Beleuchtung in Fluren und Treppenhaus, Nachtlicht auf dem Weg zur Toilette, Lichtschalter gut erreichbar.
- Bad: rutschfeste Matten, Haltegriffe an Toilette und Dusche, eventuell ein Duschsitz.
- Treppen: beidseitige Handläufe, markierte Stufenkanten.
- Schuhe: feste, geschlossene Hausschuhe mit rutschfester Sohle statt offener Pantoffeln.
- Ordnung: Häufig genutzte Dinge in Griffhöhe aufbewahren, damit niemand auf Stühle steigen muss.
Für größere Umbauten wie eine ebenerdige Dusche zahlt die Pflegekasse ab Pflegegrad 1 einen Zuschuss von bis zu 4.180 € je Maßnahme (Stand der Beträge: 2026). Der Antrag muss vor Beginn des Umbaus gestellt werden. Mehr dazu unter Wohnraumanpassung. Umbauten und Hilfsmittel wie Rollator oder Hausnotruf kommen von Fachbetrieben, Sanitätshäusern und der Pflegekasse – nicht vom Pflegedienst. Siehe auch Pflegehilfsmittel.
In Bewegung bleiben
Wer sich regelmäßig bewegt, erhält Kraft und Gleichgewicht. Das ist einer der wirksamsten Schutzfaktoren.
- Alltag aktiv gestalten: Spaziergänge, kleine Wege selbst gehen, im Haushalt mithelfen.
- Angeleitete Angebote nutzen, zum Beispiel Kurse zur Sturzprävention von Sportvereinen oder Krankenkassen.
- Bei Bedarf fragen Sie Ihre Hausarztpraxis nach Physiotherapie.
Welche Übungen im Einzelfall passen, sollten Ärztin, Arzt oder Physiotherapie festlegen – besonders bei Vorerkrankungen.
Warnsignale ernst nehmen
Lassen Sie diese Anzeichen zeitnah ärztlich abklären:
- neuer oder zunehmender Schwindel,
- unsicherer, schlurfender oder kleinschrittiger Gang,
- häufiges Stolpern oder „Beinahe-Stürze“,
- Benommenheit nach einer Änderung der Medikamente,
- Angst, allein aufzustehen oder zu gehen.
Nicht abwarten – Notruf 112: Bei plötzlicher Verwirrtheit, die es vorher nicht gab, bei Atemnot, Lähmungen, einem hängenden Mundwinkel, Sprachstörungen oder Bewusstlosigkeit wählen Sie sofort die 112 – zu jeder Tageszeit. Das können Zeichen eines Schlaganfalls oder einer schweren Infektion sein.
Bei dringenden, aber nicht lebensbedrohlichen Beschwerden außerhalb der Sprechzeiten hilft der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116 117.
Ändern Sie Medikamente niemals eigenmächtig. Bitten Sie stattdessen Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, die Medikation auf Sturzrisiken zu prüfen.
Nach einem Sturz
Ein Hausnotruf hilft, wenn jemand allein lebt und nach einem Sturz nicht selbst Hilfe holen kann. Ist er nötig, übernimmt die Pflegekasse nach einem Antrag die Basisversorgung bei einem Vertragsanbieter. Mehr dazu unter Pflegehilfsmittel. Sturzvorbeugung senkt das Risiko, kann Stürze aber nicht ganz ausschließen.
Häufige Fragen
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Stand
Stand: November 2026. Gesetzesstand und Beträge 2026; wir prüfen die Angaben bei Gesetzesänderungen erneut. Dieser Ratgeber dient der Orientierung und ersetzt keine ärztliche Untersuchung. Dieser Ratgeber ersetzt keine individuelle Beratung durch Pflegekasse, Krankenkasse oder Pflegestützpunkt.
Hilfe in Rheine und Umgebung
In Rheine und Umgebung unterstützen wir Sie bei der Körperpflege, beim Aufstehen und im Alltag – und achten dabei auf Sturzrisiken. Außerhalb unseres Gebiets hilft Ihnen Ihre Pflegekasse oder der Pflegestützpunkt vor Ort.